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5 Questions: Harald Kerschhofer

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1. In welchem Bereich bist du für link|that tätig?

Ursprünglich bin ich 2007 als Softwareentwickler zum damals noch kleinen Team gestoßen. Als wir gewachsen sind, habe ich dann auch Marketing- und PR-Tasks übernommen. Die Abwechslung mit verschiedenen kreativen Tasks gefällt mir auch heute noch, deshalb hat sich daran eigentlich auch nicht viel geändert. Inzwischen mische ich aber auch noch in unseren Voice over IP- und KI-Teams mit. Und das funktioniert überraschend gut. Und langweilig wird es da nie. Ich rechne es unserer Geschäftsführung sehr hoch an, dass wir uns kreativ einbringen und weiterentwickeln können. So hab ich neben der Arbeit sogar ein Studium abschließen und Erfahrungen mit einem kleinen Startup sammeln können. Da verwundert es vielleicht auch nicht, dass ich in 14 Jahren noch nie überlegt habe, wo anders zu arbeiten.

2. link|that entwickelt Lösungen mit künstlicher Intelligenz. Welche Eigenschaft sollte eine Lösung deiner Meinung nach haben um intelligent zu sein?

Das Wort Intelligenz in der Künstlichen Intelligenz ist ja sehr problematisch. Wenn man den Intellekt jeglicher KI beurteilen würde, würde man schnell feststellen, dass auch das „intelligenteste“ Netz naiver als ein Dreijähriger ist. Das liegt einfach daran, dass die KI nicht hinterfragt, was sie da macht. Und eigentlich auch überhaupt kein Verständnis dafür hat, was sie da macht. Beides ist für die Qualität der Ergebnisse aber auch nicht wichtig. Und beides zeigt, dass die Angst vor KI völlig unberechtigt ist. KI ist ein Werkzeug, wie so vieles in der IT und Programmierung.

Ein trainiertes Netz ist ein Experte für eine spezielle Aufgabe – es kann zum Beispiel mit 99,9-prozentiger Wahrscheinlichkeit feststellen, dass die Katze vor der Kamera eine Katze ist. Klebt man ein Foto von einer Katze auf einen Hund, ist das aber immer noch zu 99,9 Prozent eine Katze, wenn der Kamerawinkel gerade stimmt. Ohne reale Erfahrungen, Reflektion, Intuition, etc. wird ein KI-Netz auf uns nie wirklich „intelligent“ wirken, auch wenn es die komplexesten Aufgaben in Sekundenschnelle löst. Die Zukunft wird aber sehr spannend. Wenn ein KI-System die Umgebung sinnvoll wahrnehmen kann und eine Erinnerungsfähigkeit besitzt, dann werden sich nochmal ganz neue Anwendungsbereiche auftun.

3. Wie sieht ein klassischer Tagesablauf von dir aus?

So „klassisch“ sind die Tagesabläufe jetzt zum Glück nicht mehr. Zur Zeit wechseln sich Home Office und Office täglich ab. So oder so beginnt der Tag mit einem Kaffee im Garten. Je nach Arbeitsweg (zwischen 0 und 40 Minuten) geht’s dann früh oder etwas später los. Und es folgen standortunabhängig einige weitere Kaffees. In der Mittagspause wird gekocht oder mit den Kollegen gemeinsam Essbares organisiert. Wie die Arbeit davor und danach ungefähr aussieht, habe ich einleitend ja schon geschildert.

Den Abend verbringe ich – ebenfalls je nach Örtlichkeit – mit Freunden in einem Lokal in der Stadt, oder zu Fuß, auf dem Rad oder im Kajak in Donauinselnähe. Sollte das Wetter nicht mitspielen, genieße ich auch die Couch und Videospiele. Die Flexibilität, die wir im letzten Jahr gewonnen haben, als sich Home Office als produktive Alternative etabliert hat, steigert die Lebensqualität jedenfalls enorm.

4. Lieber Wildcampen oder Luxushotel?

 In der Regel ist das Hotelzimmer bei mir im Urlaub nur der Stützpunkt für diverse Erkundungen und Ausflüge, also reicht es mir, wenn da die Basics vorhanden sind.

Ergo fällt meine Wahl aufs Wildcampen. An den Wasserfällen auf Samothraki oder den Donauauen bei Stopfenreuth aufzuwachen – das sind magische Momente, die kein Hotel bietet. Zugegeben verliert auch diese Erfahrung nach einigen Tagen ihren Reiz, denn irgendwann sehnt sicher der Körper doch wieder nach einem echten Bett. Trotzdem gewinnt dieser seelische Luxus auf jeden Fall gegen jedes fancy Hotel.

Ausgleich zur IT: Die ersten Experimente im Garten fruchten langsam

5. Was würdest du lieber können – alle existierenden Sprachen zu sprechen oder zeitreisen?

Alle Sprachen zu sprechen klingt sehr verlockend, beraubt aber auch Reisen eines gewissen Abenteuerfaktors. Es ist doch spannend, die ersten Happen einer neuen Sprache selbst zu lernen – oder sich mit Händen und Füßen fuchtelnd durchzukämpfen.

Deswegen entscheide ich mich für das Zeitreisen. Es eröffnet einfach so viele Möglichkeiten. Zuerst einmal kurz die Lottozahlen „nachschlagen“, um das Budget für weite Reisen zu haben. Dann von diesen Orten aus einen Blick in die Vergangenheit werfen, um die großen Mysterien der (Menschheits-)Geschichte aufzudecken. Und vom T-Rex über die Konstruktion der Weltwunder (im Zeitraffer) bis hin zum Mauerfall alles mal kurz live miterleben. Allein in der Vergangenheit gäbe es ja so viel zu sehen, und dann bleibt da noch die ganze Zukunft… Da müsste ich dann aber aufpassen, nicht einfach von einem The Legend of Zelda– und MCU-Release zum nächsten zu reisen. Da bliebe dann schnell zu wenig Zeit zum Zeitreisen.

Ab auf die Insel!