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„Traut euch!“ – Interview mit Susanne Bambule zum Internationalen Frauentag

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1. Was ist deine Aufgabe bei link|that?

Ich installiere und betreue Telefonanlagen, vorrangig in Call Centern. Das beginnt bei der Installation der Telefonanlage selbst, der Konfiguration unterschiedlichster Call-Flows – also des Wegs, den ein Anruf vom Einlangen in der Anlage bis zum Annehmen durch einen Mitarbeiter nimmt – und der Implementierung von KI (Künstlicher Intelligenz) wie z.B. einer Sprachsteuerung in die Systeme. Nach der Konfiguration folgt die Installation und dann die Schulung der Agenten sowie die Betreuung vor Ort bei GoLive und die fortlaufende Wartung.

Ich betreue meine Kunden mit ihren Call Center-Standorten auf der ganzen Welt und bin so auch schon ein wenig herumgekommen!

2. Wie bist du auf die Idee gekommen, als VoIP-System-Spezialistin zu arbeiten?

Auf die Idee bin ich persönlich gar nicht gekommen 😊. Ich habe mich bei link|that für den 2nd Level-Support beworben, eine Stelle, die seinerzeit für ein großes Projekt ausgeschrieben war. Ich hatte eben meine Ausbildung abgeschlossen und war völlig neu in dem Bereich. Ein Einstiegsjob sollte es werden. Im Rahmen des Auswahlverfahrens, war ich dann aber nur die Zweitbeste. Der beste Kollege hat den Job bekommen. Zum Traurigsein hatte ich aber gar keine Gelegenheit, denn ich konnte mit meinem Wissen ziemlich beeindrucken und so hat man mir einen Job in Aussicht gestellt, den es da noch gar nicht gab. Ich sollte zuerst im VoIP-Team helfen, weiter lernen und Fuß fassen. Und so wurde ich gefragt, ob ich Lust habe, das anstelle vom 2nd Level-Support zu versuchen. Da habe ich natürlich sofort JA gesagt. 😊 Vorerst sollte ich mir Kenntnisse der Telefonanlagen aneignen, und dann den neu kreierten Job ausführen. Was soll ich sagen? Ich glaube mittlerweile bin ich aus dem VoIP Bereich schwer wegzudenken. Ich habe mein Steckenpferd schon gefunden!

3. Welche Ausbildung hast du absolviert?

Nach dem klassischen Werdegang über die Volksschule und Gymnasium hat es mich in die Handelsschule verschlagen. Eine kaufmännische Ausbildung, zu meinem Leidwesen, aber der Wunsch meiner Eltern. Erst nach einigen beruflichen Stopps im Büro, im Versicherungsbereich und im Handel, konnte ich nach der Karenzzeit mit meinem Sohn Andre umschulen! Dass ich was anderes machen wollte, wusste ich ja, aber was, das war völlig unklar. Also habe ich zunächst das FiT-Programm (Frauen in Technik) durchlaufen. In diesem Programm hat man die Möglichkeit, in verschiedene technische und handwerkliche Berufe reinzuschnuppern. Nebenbei frischt man sein Allgemeinwissen wieder auf und bekommt die Zeit um nach dem „Wunschberuf“, die Möglichkeiten der Ausbildungen usw. zu recherchieren. Mein Weg führte mich über eine Studienberechtigungsprüfung, direkt ans TGM (Technologisches Gewerbemuseum – Höhere Technische Bundeslehr- und Versuchsanstalt) ins 2-jährige Kolleg für Netzwerktechnik. Zu Beginn waren wir noch neun Frauen, beendet haben wir die Ausbildung leider nur mehr zu zweit. Am Ende stand ein Kollegabschluss mit Diplom und gutem Erfolg. Nach drei Jahren im Job habe ich dann meinen Ingenieur-Titel bekommen.

4. Denkst du, es ist als Frau schwerer in einer d/noch Männer dominierten Sparte Fuß zu fassen bzw. hattest du schon einmal das Gefühl, als Frau in deinem Beruf nicht ernst genommen worden zu sein?

Nein, ich denke nicht, dass es schwerer ist, als Frau in einer Männer dominierten Sparte Fuß zu fassen. Ja, man wird am Anfang „geprüft“, aber wenn man Wissen, Köpfchen und Charme hat, dann hat man männliche Kollegen und Partner sehr schnell auf seiner Seite.

5. Was rätst du allen Frauen, die den gleichen Weg wie du einschlagen wollen?

Traut euch!!! Wenn ihr Spaß an der Technik habt, dann macht eine entsprechende Ausbildung und findet euren Traumjob. Spaß ist das Wichtigste, denn wer seine Sache nicht gerne macht, macht sie auch nicht gut. Steine, die ihr im Weg findet – räumt einfach weg. Das geht, man muss es nur wirklich wollen!